Fall 1: Lebenslange Rente oder Kapitalabfindung?

Relevante Fragen / Aufgabenstellung:

Wenn die private Rentenversicherung ausläuft, müssen sich Versicherte zwischen einer einmaligen Kapitalauszahlung (Handlungsoption 1) und einer monatlichen Rente (Handlungsoption 2) entscheiden. Was macht mehr Sinn? Was sind die finanziellen Auswirkungen solcher Entscheidungen?

 

Zur Aufgabenstellung an den Finanzplaner gehört es, Ihnen die finanziellen Auswirkungen der beiden Handlungsoptionen auf die Vermögensentwicklung und auf die Liquidität nach Steuern aufzuzeigen und entsprechende Berechnungen durchzuführen.


Analyse Teil 1: Der Vermögensvergleich

Wenn Sie das Kapitalwahlrecht ausüben, dann verzichten Sie auf die lebenslange steuerbegünstigte Leibrente. Dafür steht Ihnen ein bestimmter Kapitalbetrag zur Verfügung. Diesen Betrag können Sie flexibel anlegen oder für wichtige Investitionen oder Anschaffungen einsetzen.

 

Wenn Sie hingegen die lebenslange Rente wählen, dann verzichten Sie auf die Kapitalauszahlung. Deswegen sinkt Ihr Vermögenswert im ersten Jahr auf Null.

 

Die Rentenzahlung steht ihm zur Deckung der regelmäßigen Ausgaben im Alter zur Verfügung. In diesem Beispiel hätten Sie mit Erreichen des 91. Lebensjahrs insgesamt nach Steuern höhere Renteneinkünfte erhalten, als wenn Sie sich für die steuerfreie Kapitalabfindung entschieden hätten.

Analyse Teil 2: Liquiditätsvergleich ohne Kapitalverzehr

Wenn die ausgezahlte Kapitalabfindung in voller Höhe erhalten bleiben soll, dann ist der Vergleich zwischen den Erträgen aus der lebenslangen Leibrente und den Erträgen aus der Anlage der Kapitalabfindung von Bedeutung.

 

Somit ist immerhin garantiert, dass die Erträge aus der Kapitalanlage - genauso wie die Leibrente - über die gesamte Lebenszeit fließen.

 

Weil die aus der Anlage der Kapitalabfindung zufließende Liquidität hier ausschließlich aus Zinserträgen besteht, erzielen Sie ggf. deutlich weniger monatliche Liquidität als bei der Wahl der lebenslangen Leibrente, die aus Erträgen und Kapitalrückflüssen besteht.

Analyse Teil 3: Liquiditätsvergleich mit Kapitalverzehr

Wenn die Kapitalabfindung der Rentenversicherung in einem Entnahmeplan mit Kapitalverzehr über beispielsweise 40 Jahre angelegt wird, fließen Ihnen - wie bei der lebenslangen Leibrente - Zinserträge und Kapitalrückflüsse zu. Allerdings ist hier in diesem Beispiel das Kapital mit dem 100. Lebensjahr aufgezehrt.

 

Auch in diesem Fall stellt die Leibrente mehr Liquidität zur Verfügung. Da sie lebenslang fließt, deckt die Rente zusätzlich das Langlebigkeitsrisiko über das 100. Lebensjahr hinaus ab.

 

Auf der anderen Seite können Sie bei der Wahl der Kapitalabfindung über das jeweilige (Rest-)kapital verfügen, wenn Sie die Kapitalabfindung anlegen. Die Differenz zur lebenslangen Leibrente entspricht dem Preis, den er für die höhere Flexibilität zahlt, sich einen Zugriff auf das Restkapital zu erhalten.

Die Entscheidungsfindung

Neben den oben gezeigten "Zahlen und Fakten" sollten Sie bei Ihrer Entscheidungsfindung die folgenden Punkte bedenken:

 

  1. Frist beachtet? In den Vertragsunterlagen ist vermerkt, bis wann das Kapitalwahlrecht ausgeübt werden kann: Ist die Frist verstrichen, können Sie nur auf die Auszahlung der lebenslangen Leibrente in Anspruch nehmen.
  2. Eigene Lebenserwartung: Schätzen Sie Ihre Lebenserwartung (der Finanzplaner wird die Lebenserwartung mit Ihnen schätzen) eher kurz ein, dann werden Sie eher zur Kapitalabfindung tendieren. Je länger jedoch die Lebenserwartung ist, desto attraktiver ist die lebenslange Rentenzahlung.
  3. Ausgaben geplant? Planen Sie größere Investitionen oder Ausgaben zum Rentenbeginn, zum Beispiel den Umbau Ihres Hauses? Dann sollten Sie prüfen (lassen), ob und inwieweit diese durch andere Vermögensteile oder Einkommensquellen (zum Beispiel Mieteinkünfte) abgedeckt sind. Sind sie das nicht, dann müssen Sie ggf. die Kapitalabfindung wählen.

Was kostet mich eine solche Analyse und Beratung?

Für die Erstellung einer solchen Analyse inklusive einem Bericht sollten Sie mit einem Honorar in Höhe von 300,-- bis 400,-- € (brutto) rechnen. In diesem Honorar sind die telefonische Besprechung (Beratung) der Ergebnisse sowie die Beantwortung von Fragen inkludiert.