Honorar

Honorarberater in Reinform: Laut Finanztip, dem gemeinnützigen Verbraucher-Informationsdienst, sind Versicherungsberater „Honorarberater in Reinform“, denn sie dürfen laut Gesetz keine Provisionen verlangen oder annehmen. Dafür können sie Verbraucher rechtlich beraten und gegenüber Versicherern auch außergerichtlich vertreten. Der Berufsstand des Versicherungsberaters ist im Gegensatz zum weiter gefassten Begriff des Honorarberaters gesetzlich geregelt.

 

Daran ändert auch das Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2016/97 des Europäischen Parlaments und des Rates von 20. Januar 2016 über Versicherungsvertrieb nichts. Dort heißt es:

 

„§ 34 d Versicherungsvermittler, Versicherungsberater (…) (2) Wer gewerbsmäßig über Versicherungen oder Rückversicherungen beraten will (Versicherungsberater) (…) Versicherungsberater ist, wer ohne von einem Versicherungsunternehmen einen wirtschaftlichen Vorteil zu erhalten oder in anderer Weise von ihm abhängig zu sein 1. den Auftraggeber bei der Vereinbarung, Änderung oder Prüfung von Versicherungsverträgen oder bei der Wahrnehmung von Ansprüchen aus Versicherungsverträgen im Versicherungsfall auch rechtlich berät 2. den Auftraggeber gegenüber dem Versicherungsunternehmen außergerichtlich vertritt oder 3. für den Auftraggeber die Vermittlung oder den Abschluss von Versicherungsverträgen übernimmt. (…) Der Versicherungsberater darf sich seine Tätigkeit nur durch den Auftraggeber vergüten lassen. Zuwendungen eines Versicherungsunternehmens im Zusammenhang mit der Beratung, insbesondere auf Grund einer Vermittlung als Folge der Beratung, darf er nicht annehmen.“


Honorarformate

Meine Leistungen biete ich in zwei grundsätzlichen Honorarformaten an. Diese sind:

  1. Das Zeithonorar
  2. Das Pauschalhonorar (phasenweiser Abruf)

Honorarbeispiel 1

Ein Zeithonorar bietet sich immer dann an, wenn Auftraggeber und Versicherungsberater nicht genau wissen „wohin die Reise geht“ oder der Auftraggeber den Leistungsumfang nach und nach erweitern oder anpassen möchte. Über meine Tätigkeit führe ich dann Aufzeichnungen, aus denen sich das Datum und die Dauer der Tätigkeit sowie die Tätigkeitsart selber ergeben. Diese Zeithonorarvereinbarung flankiere ich mit monatlichen Obergrenzen von 200,-- bis 500,-- €. Wird die Obergrenze erreicht, so teile ich das meinen Auftraggeber mit. Der Auftraggeber hat dann die Möglichkeit einzugreifen, d.h. weitere Tätigkeiten freizugeben oder diese auf einen anderen Monat zu verschieben oder grundsätzlich zu überdenken.

 

Beispiel: Zeithonorar

Ein Auftraggeber kommt zirka 1 ½ Jahre vor Ablauf einer privaten Rentenversicherung zu mir und bittet mich die beiden vertraglichen Handlungsoptionen zu bewerten. Wenn die private Rentenversicherung ausläuft, müssen sich nämlich viele Versicherte zwischen einer einmaligen Kapitalauszahlung (Handlungsoption 1) und einer monatlichen Rente (Handlungsoption 2) entscheiden. Was macht mehr Sinn? Was sind die finanziellen Auswirkungen solcher Entscheidungen?

 

Zur Aufgabenstellung an den Versicherungsberater gehört es, dem Auftraggeber die finanziellen Auswirkungen der beiden Handlungsoptionen auf die Vermögensentwicklung und auf die Liquidität nach Steuern aufzuzeigen und entsprechende Berechnungen durchzuführen. Für die analysierende Tätigkeit wird ein Stundensatz von 82,50 € (brutto) abgerechnet. Nach 3,75 Stunden habe ich die Analysen und Berechnungen durchgeführt und dem Auftraggeber einen Abschlussbericht zugemailt (Honorar = 309,38 € brutto). Dann wird dieser Bericht besprochen. Hiernach bittet mich der Auftraggeber, die Sache auf „Termin zu legen“ und dem Versicherer innerhalb der Frist seine Wahl schriftlich mitzuteilen. Für diese Tätigkeit fällt ein zusätzliches Zeithonorar für 0,75 Stunden in Höhe von 61,88 € (brutto) an.

Honorarbeispiel 2

Pauschalhonorar (phasenweiser Abruf der Leistung)

 

Bei der Beratung im Zusammenhang mit einem Wechselwunsch eines Auftraggebers in die GKV oder PKV biete ich in aller Regel ein Pauschalhonorar an, das auf Leistungsphasen aufsetzt. Der Auftraggeber kann mich damit phasenweise beauftragen.

 

  1. Leistungsphase 1: Prüfung, ob ein Wechsel in die GKV/PKV aufgrund der individuellen Kriterien möglich ist. Handlungsempfehlungen zum Thema hauptberufliche Selbstständigkeit und Abgrenzungsfragen; Strategieempfehlung zur Vermeidung rückwirkender Einstufung als hauptberuflich Selbstständiger (Leistungsphase 1 = 102,38 € brutto).
  2. Überprüfung der langfristigen finanziellen Wirkungen eines Wechsels von der GKV/PKV in die PKV/GKV auf Vermögen und Liquidität im Rahmen einer privaten Finanzplanung. Erstellung von Was-wäre-wenn-Analysen auf Basis abgestimmter Kriterien und im direkten Vergleich GKV und PKV. Unterstützung des Auftraggebers bei der Entscheidungsfindung. Erstellung einer Beratungsdokumentation (Leistungsphase 2 = 563,06 € brutto).
  3. Unterstützung des Auftraggebers bei der Umwandlung der Krankenversicherung in Anwartschaftsversicherungen oder bei der Ruhendstellung des Vertrages oder beim Tarifwechsel von Zusatzversicherungen. Suche nach Alternativtarifen bei der Continentalen, Marktvergleich, Unterstützung bei der Auswahl, Bedingungsprüfung, Beratung und Empfehlung (Leistungsphase 3 = 153,56 € brutto).